Molekularbiologie

Molekulare Techniken sind in vielen Bereichen der medizinischen Diagnostik zu einem unentbehrlichen Werkzeug geworden. Die Methodik konnte in den letzten Jahren entscheidend optimiert werden. Im Bereich Molekulare Diagnostik werden DNA- und RNA-Tests zum Nachweis von Krankheiten oder genetischer Veranlagung zu einer Erkrankung verwendet.

Die molekulare Diagnostik von Infektionserkrankungen beschäftigt sich mit der Detektion von bakterieller oder viraler DNA/RNA. Die Vervielfältigung von Virus- bzw. Bakterien-spezifischer Erbsubstanz mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und deren Nachweis durch spezifische Gensonden ermöglicht einen hochsensitiven und schnellen Nachweis auch geringster Mengen von Krankheitserregern. Herkömmliche zeitaufwändige bakteriologische Nachweisverfahren wurden durch PCR oder Gensondentests ersetzt und ermöglichen eine sehr schnelle Aussage z. B. bei Verdacht auf Infektion mit Bordetella pertussis/parapertussis. Der direkte Virusnachweis wird heute fast nur noch mittels molekuarbiologischer Verfahren durchgeführt.

Eine besondere Bedeutung hat eine die Therapie begleitende quantitative Bestimmung der Viruslast von HIV- und Hepatitis C-infizierten Patienten. Für die Antibiotika-Therapie hospitalisierter Patienten gewinnt der molekularbiologische Schnellnachweis Methicillin-resistenter Stämme von Staphylococcus aureus (MRSA) zunehmend an Bedeutung. Die molekulare Diagnostik von angeborenen Erkrankungen dient dem Nachweis von Erbkrankheiten (Genmutationen). Sie hilft, genetische Prädispositionen bei Patienten mit z. B. Thromboseneigung (Faktor V-Leiden, Prothrombinmutation), oder Eisenstoffwechselstörungen (Hämochromatose) festzustellen und gewinnt zunehmende Bedeutung im Bereich der Krebsdiagnostik (Onkologie).